Thermische Verwertung

Die thermische Verwertung ist in der Regel die einzige Lösung für Schlämme, die den Qualitätsanforderungen der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) nicht entsprechen. Dies trifft insbesondere auf Industrieschlämme zu, die keiner Deponierungspflicht unterliegen. Sie können wertvolle sekundäre Rohstoffe für die Industrie enthalten, beispielsweise „Rotschlämme“ aus dem Tagebau, die einen hohen Eisengehalt aufweisen.

Die Co- oder Mitverbrennung ermöglicht die umweltgerechte Verwertung von Klärschlämmen. Dabei wird das Material anstelle herkömmlicher, fossiler Rohstoffe als Brennstoff genutzt beziehungsweise in den Verbrennungsprozess mit eingebunden. So wird es in Kohlekraftwerken praktiziert, aber auch in Zementwerken, Müllverbrennungsanlagen und anderen Anlagen, die Ersatzbrennstoffe aufbereiten. Im Schlamm enthaltene organische und anorganische Schadstoffe werden auf diesem Weg vernichtet. Klärschlamm kann in verschiedenen Qualitäten als Sekundär-Brennstoff eingesetzt werden: als entwässerter Schlamm (Trockensubstanz: circa 25 Prozent) oder als getrockneter Schlamm (Trockensubstanz: circa 90 Prozent). Nach der Aufbereitung und Mischung mit anderen Abfall-Monofraktionen ist er ebenfalls als sekundärer Brennstoff nutzbar.

Am Ende des Verwertungsprozesses fallen möglicherweise Reststoffe an, die entweder deponiert oder als Rohstoff verschiedenen Produktionsprozessen zugeführt werden.

Rund 50 Prozent der deutschlandweit anfallenden Schlämme werden mittlerweile thermisch verwertet – Tendenz steigend. Die Möglichkeiten der stofflichen Verwertung werden hingegen immer stärker reglementiert.

Dr. Matthias Staub 
Geschäftsführer TVF Waste Solutions GmbH