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Statistisches Landesamt Sachsen informiert: Klärschlamm 2016 immer noch zu 49 Prozent stofflich verwertet

Die komplette Medieninformation des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen finden Sie hier.


Interview mit Dr. Matthias Staub zur Klärschlammentsorgung für die Stadt Bad Münder

Die Firma TVF Waste Solutions GmbH kümmert sich um den Klärschlamm und damit das Endprodukt der Abwasserbehandlung auf den Münderaner Kläranlagen. Das gilt auch für alle anfallenden Reststoffe. Die Kooperation ist bis 2022 geschlossen. Mehr dazu weiß Dr. Matthias Staub, Geschäftsführer von TVF.

Herr Dr. Staub, was genau passiert mit dem Klärschlamm?

Der Klärschlamm wird auf der Kläranlage mechanisch so entwässert, dass er einen sogenannten »stichfesten« Zustand erreicht. Das ist sinnvoll, weil er dann transportfähig ist, und es spart Kosten, weil die zu entsorgende Tonnage durch die Entwässerung sinkt. Der Klärschlamm wird anschließend ohne Trocknung in Abfallverbrennungsanlagen verbrannt.

Wie viel Energie steckt im Schlamm?

Wir verwerten den entwässerten Schlamm spätestens ab Ende 2018 zu 100 Prozent thermisch. Der entwässerte Klärschlamm hat einen vergleichsweise niedrigen Heizwert, aber dieser wird durch die hochkalorischen Abfälle in der Verbrennung kompensiert. Es klingt paradox, aber Abfallverbrennungsanlagen würden ohne Klärschlamm zusätzlich Wasser benötigen, um den Heizwert des Abfallmixes im Kessel zu halten. Das hat damit zu tun, dass durch eine gute Sortierung im Abfallbereich hauptsächlich Abfälle mit sehr hohen Heizwerten verbrannt werden.

Wie steht es um die landwirtschaftliche Ausbringung, die ja stark eingeschränkt wurde?

Der Grund liegt sowohl im allgemeinen Vorsorgeprinzip, um zum Beispiel Medikamentenrückstände oder organische Schadstoffe von den Äckern fernzuhalten, als auch darin, dass Deutschland die Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie, insbesondere in Teilen Niedersachsens, nicht einhält. Im Wesentlichen geht es darum, die stellenweise erhöhten Nitratwerte im Grundwasser wieder in den Griff zu bekommen, und die Reduzierung der Einträge durch die Landwirtschaft ist hier ein wichtiger Hebel.

Welche Herausforderungen ergeben sich aus der neuen Klärschlammverordnung für Unternehmen wie TVF?

Die thermischen Kapazitäten werden knapp, und es werden neue Konzepte gefordert, um nachhaltiger zu wirtschaften – und den wichtigen Rohstoff Phosphor zurückzugewinnen. TVF arbeitet intensiv an diesen Lösungen. Ganz konkret werden wir in Bad Münder in einem ersten Schritt die Logistik optimieren, um flexibler zu sein.